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Quartier 17 - Promenade Bad Neuenahr & Kurgartenbrücke

Das Quartier im Überblick

Gemäß mehrerer Stadtratsbeschlüsse aus den Jahren 2022 und 2023 wurde die Gesellschaft von der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler mit der Wiederherstellung der folgenden im Quartier zusammengefassten Straßenzüge und Brücken beauftragt:

  • Lindenstraße (einschließlich Fuß- & Radweg)

  • Kurgartenstraße (einschließlich Fuß- & Radweg)

  • Georg-Kreuzberg-Straße

  • Kurgartenbrücke

  • Casinobrücke

  • Maria-Hilf-Brücke

  • Fußweg - Parkhaus Casino

  • Fußweg - Kurgartenstraße - Felix-Rütten-Straße

 

Mühlenteich & Fuchsbach: Die ADD hat dem Abbruch der LaGa-Brücke infolge der Verschiebung der Einmündung des Mühlenteichs im Bewilligungsbescheid zugestimmt. Die Vereinigung von Fuchsbach und Mühlenteich in dessen Mündungsbereich sowie deren gemeinsame hochwassersichere Einleitung auf Höhe der Kurgartenbrücke wurde als Bestandteil der Maßnahmenvorschläge des Gewässerwiederherstellungskonzepts des Landkreises Ahrweiler konzeptionell abgestimmt. Im weiteren Planungsverlauf wurde im Hinblick auf die Vereinigung von Mühlenteich und Fuchsbach auf Grundlage hydraulischer Untersuchungen von einem beauftragten Ingenieurbüro eine Vorzugsvariante ausgewählt. Damit wird ein rückwärtiger Hochwasserschutz des Mühlenteichs bis zum HQ100 der Ahr sichergestellt. An den Anschlussbereichen besteht weiterhin ein enger Abstimmungsbedarf zwischen Gewässer-, Freiraum- und Brückenplanung, um eine integrierte Planung sicherzustellen. Die konkrete Planung zur Einleitung des Mühlenteichs unterhalb der Maria-Hilf-Brücke in die Ahr, für den Hochwasserabschlag des Mühlenteichs und die Zusammenführung mit dem Fuchsbach wird derzeit erarbeitet. Weiter soll ein Hochwasserentlastungskanal zusammen mit dem Fuchsbach in der Georg-Kreuzberg-Str. gebaut werden, so dass auch eine rückwärtige Überflutung durch den Fuchsbach vermieden wird. Die Einleitung ist im Bereich der Kurgartenbrücke vorgesehen.   

Im Zuge des Neubaus der Maria-Hilf-Brücke sowie aufgrund geänderter Leitungsplanungen im Bereich der Hemmesser Straße ist eine temporäre Verlegung des Mühlenteichs während der Bauphase erforderlich. Die Rückführung des Mühlenteichs an seinen ursprünglichen Verlauf hinter der Brücke erfolgt nach Abschluss der Planungen für den Mühlenteich, den Fuchsbach sowie das zugehörige Abschlags- und Vereinigungsbauwerk.

 

Wettbewerb Brückenschlag Bad Neuenahr-Ahrweiler: Die Beauftragung von den Trägern des 1. Preises des Wettbewerbsverfahren LOIDL und schlaich bergermann partner als Generalplaner erfolgte im Frühjahr 2024. Die Genehmigungsanträge der Brückenbauwerke sind innerhalb der AuEG für die Fachbeiträge Arten- und Naturschutz sowie der Gewässerplanung in Abstimmung mit der Abteilung Gewässer- und Freiraumplanung erstellt worden. Der Fördermittelantrag für den Gewässerbau an das MKUEM ist mit geänderten Maßnahmennummern neu aufgestellt worden. Die Förderanträge für die Freiflächen und die Verkehrswege sind ebenso neu aufgestellt an die ADD gegangen und zwischenzeitlich bewilligt. Weitere Änderungsanträge wurden erforderlich durch geänderte Maßnahmen der Böschungssicherung. Diese Anträge sind bei der ADD und beim MKUEM eingereicht worden.

 

Casinobrücke: Die Casinobrücke wurde als Hubbrücke im Stadtrat am 23. Juni 2025 beschlossen. Die AuEG wurde für die Leistungsphase 4-9 beauftragt. Die Ausführungsplanung ist vom Prüfstatiker freigegeben, die Genehmigung der SGD Nord liegt vor. Der Baubeginn der Casinobrücke ist für das 2. Quartal September 2026 avisiert.

 

Kurgartenbrücke: Die Entwurfsplanung der Kurgartenbrücke wurde am 9. März 2026 im Stadtrat vorgestellt und beschlossen. Die AuEG wurde für die Leistungsphasen 4-9 beauftragt. Der Baustart für die Kurgartenbrücke ist für Januar 2027 avisiert. Im Zuge des Baus der Kurgartenbrücke werden Uferbereiche tangiert und bautechnisch beeinflusst. Dies bedingt eine geotechnische Untersuchung, die derzeit vergeben wird. 

 

Maria-Hilf-Brücke: Der Planungsauftrag wurde an das Büro schlaich bergermann partner (Stuttgart) vergeben. Die Vorplanung wurde der Stadtverwaltung vorgestellt. In der Sitzung vom Bau- und Planungsausschuss im April 2025 wurde die Entwurfsplanung vorgestellt. Die Maria-Hilf-Brücke wurde daraufhin am 23. Juni 2025 im Stadtrat als Hubbrücke beschlossen. Die AuEG wurde für die Leistungsphasen 4-9 beauftragt. Die Ausführungspläne sind beim Prüfstatiker in Bearbeitung, die Unterlagen zur Genehmigung der Brücke in Abstimmung mit der SGD Nord. Eine Abbruchgenehmigung der LAGA-Brücke und ein Antrag auf provisorische Einleitung/Umleitung des Mühlenteiches sind noch zu stellen. Dazu erfolgte eine Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden mit der Aussicht, dass kein Widerspruch zu erwarten ist. Nach aktuellem Planungsstand ist die bauliche Umsetzung vom 3. Quartal 2026 bis zum 3. Quartal 2027 vorgesehen.

 

Gewässer: Mit dem Ziel, die Innenstadt von Bad Neuenahr vor einem HQ100 zu schützen, wird der Ahr soweit als möglich Raum gegeben. Dazu sind entsprechende digitale Geländemodelle erstellt und hydraulisch berechnet worden. Die Sohle wird soweit als möglich verbreitet, die Uferbereiche optimiert. Mit der Aufweitung der Ahr konnten zugleich die sehr hohen Schubspannungen reduziert werden. Der Kurpark steht als Retentionsraum zur Verfügung. In Abschnitten der Georg-Kreuzberg-Straße werden am Ufer Maßnahmen zur Vermeidung von Hochwasserschäden bis ca. 70cm Höhe sowie dem unteren Bereich der Lindenstraße in Verbindung mit einer Uferwand als Brüstung vorgesehen. Zudem werden Maßnahmen zur Vermeidung von Hochwasserschäden entlang der Kastanienallee bzw. dem Parkhaus geplant.

Die neuen Höhen der Sohle sind festgelegt und orientieren sich an den TIMIS-Profilen vor der Flut mit Ausnahme der Verschiebung der Casino-Sohlgleite. Um den erforderlichen Durchflussquerschnitt im Bereich der Kurgartenbrücke sicherzustellen, muss die derzeit auf Höhe des Casinogebäudes/Kurhauses befindliche Sohlgleite flussaufwärts verlegt werden. Eine vollständige Umsetzung der endgültigen Maßnahme ist aus planerischer Sicht vor dem Einsetzen der Brücke zeitlich nicht machbar. Daher wird zunächst eine provisorische Lösung hergestellt. Diese wird so ausgeführt, dass bereits zum Zeitpunkt des Brückeneinbaus der erforderliche hydraulische Durchfluss gewährleistet ist. Die abschließende Herstellung der dauerhaften Sohlgleite erfolgt anschließend im weiteren Bauablauf. Für die Verschiebung der Sohlgleite wird auch die Ufersicherung zum Casinogebäude untersucht.

Flussaufwärts zwischen der Maria-Hilf-Brücke und der Kurgartenbrücke, ist die Sanierung der dort vorhandenen Sohlgleite vorgesehen. Im Bereich des Auslaufs wird die Sohlgleite aufgeweitet, um die bisher schlauchartige Gewässerführung zu optimieren und einen verbesserten hydraulischen Abfluss zu ermöglichen. Die bestehende Sohlgleite hat während des Hochwasserereignisses im Jahr 2021 nur geringe Schäden erfahren. Sie erfüllt auch die ökologischen Anforderungen für eine Durchgängigkeit der Ahr. Folglich kann die Maßnahme im Wesentlichen durch eine Sanierung des vorhandenen Bauwerks umgesetzt werden. Dadurch werden umfangreiche bauliche Eingriffe in die Gewässersohle vermieden und gleichzeitig die hydraulischen Anforderungen an die zukünftige Gewässerführung erfüllt.

Für die Gewässerwiederherstellung liegt der Vorentwurf für die Ufergestaltung und Sohle inkl. Überlegungen für Sicherungsmaßnahmen vor; Teilbereich sind bereits in der Entwurfsplanung. Der Schwerpunkt der Planung liegt aktuell auf dem Südufer im Bereich des Kurparks. Hier erfolgt aktuell die wasserbauliche Planung der Sitzstufenanlage inklusive Tragwerksplanung, die genaue Planung des Ausleitbauwerks des Mühlenteichs inklusive Verschlussbauwerk sowie der weiter Uferbereich inklusive der Uferwand. Zur Planung des linken Ufers gehört zudem die wasserbauliche Planung und Tragwerksplanung der Sitzstufenanlage im Bereich des Martin-Luther-Platzes. 

Als Grundlage für die weiteren wasserbaulichen Planungen erfolgt derzeit die Vorbereitung der Vergabe der Baugrunduntersuchungen und Bodengutachten. Die wasserbaulichen Maßnahmen erfordern umfangreiche Abstimmungen mit den zuständigen Wasser- und Naturschutzbehörden auf unterschiedlichen Ebenen. Hierfür werden die entsprechenden Planunterlagen, Fachbeiträge und weitere Genehmigungsunterlagen vorbereitet und weiter mit den beteiligten Stellen abgestimmt. Ziel ist erste Maßnahmen in 2027 umzusetzen. 

 

Freiraumgestaltung: Die Planungen der Freianlagen in der Leistungsphase 2 sind abgeschlossen. Die Förderanträge wurden fristgerecht eingereicht. Ein besonderer Schwerpunkt lag im Rahmen der Vorentwurfsplanung in der Verkehrsführung des Planungsgebiets. Der Platz vor der Martin-Luther-Kirche ist als Shared-Space-Fläche konzipiert. Er verbindet die Nord- und Südseite des Planungsgebiets und ermöglicht die Überquerung der Kurgartenbrücke, von der aus ein "Rundum"-Ausblick auf die Ahr besteht, auf die Kurgartenpromenade.

Dabei verbindet der Platz als Verkehrs- und Aufenthaltsraum die ankommenden Einbahnstraßen Telegrafenstraße sowie die Poststraße. Die Georg-Kreuzberg-Straße im Westen sowie die Lindenstraße im Osten begleiten das Ahrufer und integrieren in ihrem Verkehrsraum einen breiten Fußgängerboulevard, den Ahrtalradweg sowie eine erforderliche Fahrspur für den motorisierten Verkehr. Ausgestattet mit Bänken, einer angemessenen Beleuchtung sowie insgesamt einer hohen Anzahl an Bestandsbäumen und Neupflanzungen zeigen die Straßenräume eine ausreichende Beschattung und Aufenthaltsqualität. Aufgrund der Aufweitung der Ahr für den vorsorgenden Hochwasserschutz müssen zahlreiche Bäume gefällt werden und können anstatt 3 neu nur 2 Baumreihen neu gepflanzt werden.

Die Zugänglichkeit der Uferbereiche wird für die Nutzer:innen im Bereich der Georg-Kreuzberg-Straße weiterhin durch eine großzügige Treppenanlage ermöglicht, im Bereich der Lindenstraße durch einzelne Treppenläufe parallel zur Ahr, die in die Uferwand des Hochwasserschutzes integriert werden. Die Uferwand wird zur städtebaulichen Einbindung mit Natursteinen aus regionaltypischem Material verkleidet. Ein entsprechender Förderantrag wurde gestellt.

Zur Gewässerunterhaltung der Ahr wird ein Unterhaltsweg konzipiert, der sich entlang der Landgrafenbrücke bis zur Maria-Hilf-Brücke erstreckt und eine weitere Erschließung und Erlebbarkeit der Ahr im Stadtgebiet bietet. Die Fertigstellung der Leistungsphase 3 ist bis Ende 2026 vorgesehen. Mit dem Anfang Juli 2026 durchgeführten gemeinsamen Planungsworkshop aller beteiligten Fachdisziplinen wurde ein konstruktiver Auftakt für die weitere Entwurfsplanung geschaffen.

 

Niederschlagswasser-Einleitungsbauwerke: Im Quartier werden umfangreiche Kanalbaumaßnahmen zur Reduzierung der Einleitstellen in die Ahr am nördlichen Ufer stattfinden. Zukünftig werden nur noch zwei Einleitstellen, eine auf Höhe der Kurgartenbrücke und eine auf Höhe der Landgrafenbrücke, vorhanden sein. 

Ziel ist es eine Rückstausicherheit zu gewährleisten und die erforderliche Stützwand nicht zu durchdringen. Hierbei muss noch geprüft werden, ob auch durch das alte HQ 100 eine Rückstausicherung durch den Kanal gegeben war. Die Hydraulische Berechnung erfolgt durch das IB Björnsen. 

 

Anlagen zur zukünftigen Vermeidung von Hochwasserschäden: Im Rahmen der Planung wurde ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept entwickelt. Dieses umfasst verschiedene Maßnahmen, darunter Mauern, Wälle sowie Retentionsflächen. Sämtliche Parkanlagen sollen im Hochwasserfall als Retentionsräume genutzt werden. In diesem Quartier ist dies jedoch nur eingeschränkt möglich, sodass hier wahrscheinlich zusätzliche bauliche Maßnahmen erforderlich werden.

 

Förderung:  Das MKUEM bewilligte bisher Fördermittel in einer Gesamthöhe rd. 7,2 Mio. € brutto. Die ADD bewilligte für die Wiederherstellung der drei Brückenwerke, einschließlich des Rückbaus von Behelfsbrücken rd. 11,2 Mio. € brutto. Im Übrigen bewilligte der Fördergeber für Maßnahmen des Straßen- und Kanalbaus Finanzmittel in Höhe von 12,4 Mio. € brutto.

 

Zuletzt aktualisiert: August 2026

Nächste Aktualisierung voraussichtlich: April 2027

Vom Entwurf zur Umsetzung – Impressionen unseres Bauprojekts

 

Dieses Projekt wird gefördert durch den Wiederaufbaufonds mit finanzieller Unterstützung des Bundes und der Länder

Quartier 17 - Promenade Bad Neuenahr & Kurgartenbrücke