Das Ahrquartier in Ahrweiler
Ahrtorplatz und Wallanlagen: Der Ahrtorplatz und die Wallanlagen in der Friedrichstraße sollen im Rahmen des Wiederaufbaus wiederhergestellt und mit Hilfe der Städtebauförderung aufgewertet werden. Das integrierte Städtebauentwicklungskonzept wurde dazu ergänzt. Zusätzlich wurde der Bereich der Städtebauförderung unter Hinzuziehung des östlichen Ahrtorplatzes/ehemaligen Feuerwehrgeländes arrondiert. Am 20. Juni 2025 hat die ADD der Erweiterung des Programms „Lebendige Zentren – Aktive Stadt“ für den arrondierten Bereich zugestimmt. Die Städtebauförderungsanträge befinden sich in der Prüfung durch die ADD. Im Zuge der Städtebauförderungsanträge wurde umfassende Kostenberechnungen erstellt. Die Unterlagen zu den Wiederaufbaumaßnahmen werden fachlich erarbeitet und der Stadt zur Verfügung gestellt.
Die Objektplanung der Freianlagen erfolgt durch das hierfür beauftragte Landschaftsarchitekturbüro und die Straßenplanung durch das entsprechende Ingenieurbüro. Die LPH 2 und somit die Planung der Flächendisposition wurde abgeschlossen. Am 26. Januar 2026 wurde im Stadtrat der gesamten LPH 2 Vorplanung einstimmig zugestimmt.
Die Materialität der gesamten Planung wurde in einem ersten Schritt grob arrondiert, die Materialität orientiert sich an der historischen Substanz und der landschaftlichen Prägung des Raums. Naturstein soll als Material in Mauern und Belägen eingesetzt werden und stellt den Bezug zur Stadtmauer her. Zur Information der Öffentlichkeit fand am 25. November 2025 eine Einwohnerversammlung, sowie am 11. Februar 2026 ein Bürgerdialog zum Ahrtorplatz und den Wallanlagen statt.
Der Ahrtorplatz und die Wallanalagen bilden Zugang und Rahmen zur historischen Altstadt Ahrweiler. Für ankommende Touristen stellt der Ahrtorplatz demnach den ersten Eindruck dar und muss daher besonders überzeugend und einladend gestaltet werden. Damit verbunden sind hohe Ansprüche nicht nur an Gestaltungsqualitäten, sondern auch an technische Wertigkeit. Ziel ist, dass der Ahrtorplatz und die Wallanlagen ihrer Rolle für das Stadtbild von Ahrweiler, der verkehrlichen Funktionen (insbesondere Parken, Linienbusse, Reisebusse, Radfahrer, Fußgänger) und der räumlichen Verbindung von Ahrweiler mit der Ahr gerecht werden. Im Laufe des Projektes wurden die verschiedensten verkehrlichen Lösungen durch Expertenbüros überprüft. Die Integration der Interessen und Anforderungen aller Verkehrsträger muss sichergestellt werden. Es müssen ausreichend Stellplätze, sichere Führungsformen für den Radverkehr, leistungsfähige Straßeninfrastruktur, attraktive ÖPNV-Angebote und geeignete Haltestellen sowie Schleppkurven für Reisebusse miteinander kombiniert werden, ohne die Aufenthaltsqualität des Gesamtgebietes zu beeinträchtigen.
Die Wallanlagen tragen durch ihre Begrünung zur stadtklimatischen Verbesserung und somit der Klimaresilienz sowie der Bewahrung des historischen Erbes von Ahrweiler bei. Der Entwurf für die östlichen Wallanlagen schafft einen zusammenhängenden, ökologisch wirksamen Grünraum rund um den historischen Stadtkern von Ahrweiler. Er verbindet den denkmalgerechten Umgang mit der Stadtgeschichte und klimaaktiver Bepflanzung. So entsteht ein Freiraum, der den Stadtrand aufwertet, die historische Struktur erlebbar macht und ein zentraler Teil der Freiraumgestaltung Ahrweilers ist.
Durch die Entwicklung des Ahrtorplatzes mit Grünflächen soll eine wichtige Lücke urbaner grüner Infrastruktur in Ahrweiler geschlossen werden. Der Ahrtorplatz ergänzt sowohl das grüne Band entlang der Ahr zwischen Carl-von-Ehrenwall-Allee und Otlerstraße als auch die Wallanlagen zwischen Friedrichstraße und Carl-von-Ehrenwall-Klinik. Er verknüpft den Grünzug der Wallanlagen mit der Ahr und schafft einen neuen Zugang von Ahrweiler zur Ahr. Die terrassierte Ufergestaltung mit Stufen- und Sitzanlagen erzeugt einen öffentlichen, leicht zugänglichen Flussraum und lädt zum Verbleiben ein.
Neue Bäume werden auf dem Ahrtorparkplatz als Rahmen und parallel zur Stadtmauer, rechts und links des Ahrtors, im Bereich der Schützenstraße, entlang der Ramersbacher Straße, um den neuen östlichen Platzbereich und im oberen Bereich des Ufers gepflanzt. Eine begleitende Allee betont die lineare Raumstruktur der Wallanlagen und stärkt den Charakter als grünes Band. Staudenpflanzungen sind als attraktiver Rahmen vor allem für die östliche neue Freifläche bestimmt, aber auch ergänzend für die weiteren Grünflächen. Neue Blühwiesen sind als extensive naturnahe und attraktive Flächen vorgesehen. Geophyten sorgen für besondere Blühaspekte im Frühjahr und Herbst. Die Pflanzungen und Wiesen werden durch einzelne Strauchpflanzungen ergänzt.
Es wird geprüft, ob unter anderem die Wallanalagen bzw. der Wallgraben genutzt werden kann, Starkregen abzuleiten und somit den Schutz von Ahrweiler zu verbessern. Ziel ist es einen Rückstau in die Altstadt aus dem Wallgraben zu verhindern und gleichzeitig das Niederschlagswasser in die Ahr abzuleiten.
Freifläche an der Ahrtorbrücke / ehem. Campingplatz: Durch das Landschaftsarchitekturbüro wurde die Leistungsphase 2 (Vorentwurf) für den Campingplatz abgeschlossen. Die Planungsleistungen zur Erarbeitung des Bebauungsplanes mit Berichtigung des Flächennutzungsplanes sind an ein Planungsbüro für Stadtplanung vergeben worden. Zudem wurden und werden die notwendigen ergänzenden Fachgutachten eingeholt. Zur Koordination der Maßnahmen zwischen Brückenstraße und Carl-von-Ehrenwall-Allee fanden mehrere Abstimmungen zum Bauablauf statt. Aktuell wird der Einstieg in die Leistungsphase 3 für die Freifläche an der Ahrtorbrücke vorbereitet.
Freiraum südliches Ahrquartier: Für das südliche Ahrquartier wurde ein digitales Geländemodell in Zusammenarbeit von Gewässerplanung und Freiraumplanung entwickelt. Ziel ist ein bestmöglicher Abfluss der Ahr bei Hochwasser durch eine Aufweitung der Sohle und eine Tieferlegung der Vorlandbereiche. Diese Geländemodellierung bildet die Grundlage für die hydraulischen Berechnungen und für die weiteren Planungen.
Im Bereich zwischen Ahrtorbrücke und Freibad werden die verschiedenen Sport- und Spielbereiche auf begrenztem Gebiet neben dem neuen Standort der Feuerwehr verortet. Die notwendige bauliche Infrastruktur (Umkleiden, Toiletten, etc.) der Spiel- und Sportanlagen sowie die für die Sportnutzung zu errichtenden Kraftfahrzeugstellplätze werden in den Gebäudekomplex der Feuerwehr im Gartengeschoss integriert.
Für die Freiraumplanung wurde der Vorentwurf inklusive Kostenschätzung und Visualisierung abgeschlossen. Die Vorplanung wurde im Stadtrat am 26.1.2026 vorgestellt und einstimmig beschlossen. Auf dieser Grundlage der Vorplanung werden die Förderanträge bei der ADD gestellt.
Die Ahr wird soweit als möglich zwischen Ahrtorplatz und Abenteuerspielplatz aufgeweitet, so dass durch das Geschiebe auch Inseln entstehen können. Zudem werden die Freizeitbereiche für einen verbesserten Abfluss bei HQ100 abgesenkt. Ein ergänzender technischer Hochwasserschutz wird am Schwimmbad und nur ggf. entlang der Ramersbacher Straße benötigt.
Der Sportplatzbereich mit Ahrstadion (D-Jugend), Weitsprung und Laufbahn ist nördlich der Feuerwehr, wo die Umkleiden integriert sind, vorgesehen. Über eine Senke wird der Abfluss im Bereich der Otlerbrücke optimiert. Laufbahn und Wege verbinden den Sportbereich mit dem westlichen Abenteuerspielplatz und der Spielwiese. Der Spielbereich wird über Terrassen gegliedert und bietet so unterschiedliche Spielmöglichkeiten. Zudem wird über Stufen ein Zugang zur Ahr ermöglicht.
Für den Sportplatz liegen ein Lärmgutachten sowie ein Gutachten für die technische Herstellung der Sportanlage im Überschwemmungsgebiet vor. Aufgrund der Abhängigkeiten im Bau von Feuerwehr, Kanal und Straßen kann der Freiraum südliches Ahrquartier erst im Anschluss hergestellt werden. Aktuell ist der Start der Entwurfsplanung/ Leistungsphase 3 in Vorbereitung.
Gesamtförderung: Bislang wurden für Maßnahmen in diesem Quartier Fördermittel in einer Gesamthöhe rd. 1,5 Mio. Euro brutto durch den Fördergeber bewilligt.
Zuletzt aktualisiert: April 2026
Nächste Aktualisierung vorraussichtlich: März 2026
Dieses Projekt wird gefördert durch den Wiederaufbaufonds mit finanzieller Unterstützung des Bundes und der Länder





